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Regen und Windböen über 50 km/h …

Morgen verlassen wir wieder Istanbul. So wie es ausschaut müssen wir den Rückweg allerdings komplett umplanen. Über der Türkei, Region Istanbul, zieht ein starkes Tiefdruckgebiet ab morgen rein. Regengüsse den ganzen Tag über und Böen bis über 50 km/h. Das ganze zieht sich bis Bulgarien hoch, so das wir leider nicht in die Berge fahren werden können – ist einfach zu gefährlich! So werden wir Richtung Alexandropolis fahren und dann Schritt für Schritt weiter planen. Beste Grüße aus Istanbul.

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Heimweh nach Wuppertal …

Gleich geht’s sicherlich noch in die blaue Moschee und abends um den Tag langsam ausklingen zu lassen eine Shisha rauchen. Man könnte hier locker eine Woche verbringen und hätte noch nicht alles gesehen. Kamen übrigens vorhin im Basar durch Zufall mit einem Jungen Türken ins Gespräch der Heimweh hatte – lustiger Weise war das nicht Istanbul – sondern Wuppertal ;-)

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Ein Traum aus Farben und Gerüchen …

Istanbul ist so derart farbenfroh und vielfältig, man weiß gar nicht wo man zuerst hinschauen soll?! Waren gerade auf dem alten Basar (45.000m2 groß), davor auf dem Galataturm und eben in der Hagia Sophia. Direkt schade, das wir morgen schon wieder fahren müssen! Können kaum die Kameras zur Seite legen.

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Efes und Döner in Istanbul …

Das Wetter hat sich gestern so viel Mühe gegeben, das es wohl für heute keine Kraft mehr hatte. Der kleine laue Wind baute sich über Nacht zu einem Sturm aus so das wir regelrecht um unsere Zelte fürchten mussten. Dazu kam noch Regen vom Feinsten und ein Gewitter das wir die Köpfe einziehen mussten. Völlig durchgeweicht fuhren wir dann los, der Regen und der Wind wurden allerdings nicht besser – ganz im Gegenteil. Irgendwann ging es einfach nicht mehr – so das wir ca. 1 Stunde an einer abgelegenen Tankstelle Pause machten wo der Tankwart uns mit Kaffee versorgte. Da die Anzüge auf solche Dauerbeduschung leider nicht ausgelegt sind wie es scheint ging es nur mit zusätzlichem Fleece und Regenjacke. Mit Wasser in den Stiefeln, im Anzug und in den Handschuhen ging’s 470 km immer weiter nach Osten. Der Verkehr nahm ständig zu. Es wird hier gefahren als gibt es keinen Morgen. Um den Verkehr nicht zu behindern sind wir selbst z.B. In 50er Zonen mit 80 unterwegs gewesen und wurden oft mit über 100 geschnitten. Also wer den Verkehr in München oder Berlin als stressig empfindet – der sollte mal mit dem Motorrad quer durch Istanbul fahren. Ist ein wenig wie ein Computerspiel, das Ziel ist einfach heil durch zu kommen. Haben uns direkt unterhalb des Galataturms ein Zimmer genommen. Von der Dachterasse aus sieht man über den Bosporus und in 20 Gehminuten erreicht man die Hagia Sophia. Viel haben wir ja noch nicht gesehen – aber wenn man diese Stadt mit eigenen Augen mal erleben darf – und das vorallem mit dem Gedanken daran, mit dem Motorrad hier her gefahren zu sein, da braucht man schon ein paar Minuten um sich dessen bewusst zu werden! Gerade gab es noch einen Döner direkt am Galataturm und jetzt lassen wir mit einem Bierchen den Abend ausklingen. Viele Grüße aus Istanbul!

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Zelten direkt an der Steilküste …

Man kommt mit den Eindrücken kaum noch hinterher! Südwestlich von Kavala (Ereftheroupoli) haben wir heute einen wirklich traumhaften Zeltplatz entdeckt. Er liegt direkt auf einer kleinen Landzunge. Ca. 10m tiefer peitscht das Meer an die Steilküste. Sozusagen in der ersten Reihe – Sonnenuntergang inklusive. War gar nicht so einfach die Zelte fest zu machen, da wir direkt auf den Felsen uns nieder gelassen haben. Aber mit genug Steinen geht’s dann doch. Knut hat sich gerade ein wenig aufs Ohr gehauen. Hier ist’s schon eine Stunde später. Über uns kreisen die Möwen und in der Ferne sieht man ein paar kleine Fischerboote die aufs Thrakische Meer raus fahren. Glaub, ich werd gleich mal den Rotwein auf machen …

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Vorbei am “Sitz der Götter” …

Da wir gestern durch das Wetter leider keine Möglichkeit hatten unsere Zelte aufzuschlagen, ging es heute in der Früh gleich Richtung Olymp. Man kommt kurz vor dem Berg noch durch einen kleinen, beinahe unscheinbaren Ort – allerdings mit einem berühmten Namen – “Olympia”. Leider war der Gipfel sehr wolkenverhangen – allerdings der Anblick war unbeschreiblich. Man steht mit dem eigenen Motorrad vor “dem Sitz der Götter”, das muss man sich erst einmal bewusst werden …

Grenze zu Griechenland

Gewitter am Olymp …

Heute ging’s dann schon früh auf die Maschinen. Der Wecker meldete sich 5:30 Uhr und gegen 7 Uhr saßen wir bereits auf den Bikes, damit die Strecke an einem Tag überhaupt zu schaffen ist. Ab Sarande (albanische Adriaküste) ging es nur noch nach Osten über die Grenze und dann einmal quer durch Griechenland bis zum Olymp. Da wir Schnellstraßen vermeiden wollten saßen wir somit heute ca. 11 Stunden auf den Maschinen. Das schlaucht ganz schön und ohne ein gesundes Maß an Ausdauer könnte man so etwas sicherlich vergessen. Aber es ist aller Anstrengung wert! Die Landschaften durch die man fährt machen es wieder gut. Leider regnete es ab und zu sehr stark so das wir was die Übernachtung betrifft auf eine Unterkunft (in Elassona) ausweichen mussten, anstatt im Zelt zu übernachten. Der Olymp ist nur ca. 30 km Luftlinie weg. Morgen geht’s weiter durch den Nationalpark um den Olymp und runter Richtung Meer in die Ebene von Thessaloniki …

Llogara Pass ( Albanien )

Artgerechte Haltung …

So gegen 10 Uhr abends fing es an zu regnen. Leider hörte es die ganze Nacht auch nicht auf so das wir mit nassen Klamotten in der früh auf die Bikes steigen mussten. Es ging weiter Richtung Adriaküste. Der Verkehr in Albanien ist ab und zu schon recht lustig. Auf den Straßen kommen einem auf der eigenen Seite Fahrzeuge entgegen, das gleiche auch gern mal im Kreisverkehr und Fahrbahnbegrenzungen sind leider auch Luxus. Aber man gewöhnt sich dran. Manche Straßen sind als solche wirklich nicht zu bezeichnen. Schlaglöcher und vorallem Schlammlöcher so weit das Auge reicht. Mittlerweile haben unsere Maschinen eine sehr ordentliche “Schutzschicht” drauf – aber das ist kein Dreck – das ist artgerechte Haltung. Oben vom llogara Pass aus konnten wir einen Schleichweg direkt bis hinunter an die Adriaküste ausmachen. Dort schlugen wir direkt am Meer, der Strand fing sozusagen zu unseren Füßen an, unsere Zelte auf. So fiel die Dusche abends mal ein wenig anders aus …

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Festgefahren in den Bergen Albaniens …

Gegen 8 Uhr ging es bereits auf die Motorräder. Nach ca. 50 km ging’s über die Grenze nach Albanien. Es war ein wirklich komisches Gefühl, weil direkt hinter der Grenze man das Gefühl hatte, man sei in einer anderen Welt! So richtig kann man es gar nicht beschreiben – alles irgendwie viel viel ärmer, schmutziger und chaotischer. Wir fuhren weiter Richtung Berge. Aus irgend einem Grund wollte das GPS allerdings woanders lang. Im Gebirge hingen tiefe Regenwolken und als wir merkten das wir uns völlig verfahren hatten, waren wir lustiger Weise nur noch ca. 30km von unserem Ziel entfernt. Irgendwann ging es dann nach rechts ab. Der Weg wurde immer steiler. Ab hier konnte man nur noch im stehen fahren. Es ging immer weiter hinauf, durch enge Serpentinen die kaum noch fahrbar waren. Hinter der nächsten Kurve war dann Schluss. Ein Hangrutsch blockierte den Weg. Er hatte eine kleine Quelle freigelegt und so wurde das alles ziemlich glitschig und vorallem schwer zu handeln. So wie es ausschaute bin ich das ganze wohl zu vorsichtig angegangen und so fuhr ich mich fest. Kein vor und kein zurück! Wir brauchten über eine Stunde und zusammen die Maschine wieder dort weg zu bekommen. So entschieden wir uns den Streckenverlauf zu ändern. Das Risiko war einfach zu groß. Immerhin war man ja nicht im Schwarzwald oder so, sondern in Albanien. Nach diesem Schreck wollten wir einfach nur noch die Beine hoch legen – und fanden etwas weiter unterhalb eine wunderschöne kleine Lichtung, wo wir mit Lagerfeuer und Rotwein den Tag ausklingen ließen.